Gemeinsam zu frühstücken und sich dabei über die Ziele und Vorzüge von Bio- und Fairtrade-Produkten zu informieren, ist das Ziel von „Biofairen Frühstücken„. Am 7. Juni 2025 hatte das Salzburger Bildungswerk Seekirchen gemeinsam mit der Fairtrade-Gruppe Seekirchen zu einem solchen Biofairen Frühstück geladen, zu dem über 30 Interessierte in den Pfaarsaal gekommen waren. Großer Dank gilt der Fairtrade-Gruppe, die das Frühstück in liebevoller Arbeit zubereitet hat, sowie den Inputs der eingeladenen Referentinnen.

Einleitend beschrieb Susanne Nobis die Entstehung und das Engagement der Fairtrade-Gruppe, auf deren Betreiben sich Seekirchen 2021 zur Fairtrade-Gemeinde erklärte. Sie verwies darauf, dass es in zahlreichen Seekirchner Geschäften Fairtrade-Produkte gibt, und wünschte sich noch mehr Aufmerksamkeit für das Thema. Zudem nannte sie die Biobauern-Betriebe aus der Region, deren Produkte beim Frühstück serviert wurden, und sie bedankte sich für die gespendeten Fairtrade-Produkte der EZA und bei FAIRTRADE ÖSTERREICH für die Unterstützung.

Welche Kriterien Produkte mit dem Fairtrade-Gütesiegel erfüllen müssen, erläuterte in der Folge Elisabeth Holztrattner vom Verein „Aktion für eine solidarische Welt“. Es gehe um die Stärkung der Kleinbauern u. -bäuerinnen und Arbeiter*innen, die Organisation in demokratischen Gemeinschaften bei Kooperativen, die Förderung gewerkschaftlicher Organisationen bei Plantagen, geregelte Arbeitsbedingungen, das Verbot von Kinderarbeit sowie um Umweltschutz und die Förderung des Bio-Anbaus durch den Bio-Aufschlag. Österreich zähle zu den Ländern mit einen hohen Anteil an Fairtrade-Produkten, bei Bananen seien es aktuell 34 Prozent, bei Kakaoprodukten 11 Prozent und bei Kaffee 10 Prozent, so die ehemalige Mitarbeiterin der EZA Fairer Handel GmbH in Weng/Köstendorf. Mehr gibt es in den Folien.

Ulrike Gangl, Biobäuerin in Lamprechtshausen und Obfrau von Bio Austria, nannte als Ziele der biologischen Landwirtschaft die Verantwortung für unsere Ökosysteme, die Produktion gesunder Lebensmittel, die artgerechte Behandlung von gehaltenen Tieren sowie den Einsatz für faire Arbeitsbedingungen und Preise in der Landwirtschaft. Bio Austria setze sich als Interessensvertretung der biologisch wirtschafteten Betriebe für die politische Förderung des Biolandbaus ein, biete Beratungen und Fortbildungen an und betreibe Öffentlichkeitsarbeit für Bio-Produkte. Die Förderung von Biodiversität sowie eine würdige und artgerechte Tierhaltung setzt die Biobäuerin auch auf ihrem eigenen Hof um, an dem Milchkühe sowie Mast- und Legegendl gehalten werden. Mehr gibt es in den Folien

Bildungswerkleiter Hans Holzinger bedankte sich einleitend für das Engagement der Fairtrade-Gruppe und die Zubereitung des köstlichen Frühstücks. Stellvertretend begrüßte er die ehemalige Vizebürgermeisterin Judith Simmerstätter, die 2021 den Beitritt Seekirchens zum Bündnis der Fairtrade-Gemeinden ermöglicht hatte, die Bezirkssprecherin des Salzburger Bildungswerks Flachgau Christine Winkler aus Seeham, sowie Anton Wintersteller, der vor 50 Jahren den Fairen Handel nach Österreich gebracht hatte. Im Herbst 2025 plant das Bildungswerk einen Vortrag mit ihm zum Thema „Fairer Handel – wie alles begann“. Bereits am 18. und 25. Juni gibt Wintersteller in einer Jubiläumsexkursion „50 Jahre EZA – Fairer Handel“ Einblicke, die von den Anfängen der EZA im Missionshaus Maria Sorg bis zur heutigen EZA Fairer Handel in Köstendorf führt. Anmeldung: toni.wintersteller@sbg.at oder per SMS/Whatsapp unter 0650.4001968

Die Fairtrade-Gruppe Seekirchen: Anton Wintersteller, Hermann Handlechner, Brigitte Maier, Maria Günther, Linde Lipensky, Susanne Nobis, Helmut Rentenberger v. l. n. r.

Von links nach rechts: Susanne Nobis (Fairtrade-Gruppe Seekrichen), Ulrike Gangl (Sprecherin von Bio Austria), Elisabeth Holztrattner (Aktion für eine solidarische Welt), Christine Winkler (Regionalsprecherin des Salzburger Bildungswerk Flachgau), Hans Holzinger (Bildungswerkleiter von Seekirchen)

Fotos: Hans Holzinger, Anton Wintersteller