
Ein Bericht (SN 17.2.2026) informiert über den Besuch eines Informationsoffiziers des Österreichischen Bundessheeres in einer Wiener Schule. 89 Kriege gebe es derzeit in 31 Staaten der Welt, wird der Offizier zitiert: „Gut, dass wir uns heute damit beschäftigen. Geht mit offenen Augen durch die Welt.“ Groß seien hybride Bedrohungen, die strategische Tiefe habe sich verändert, denn die ukrainische Stadt Lwiw sei von Wien weniger weit entfernt als Bregenz. Der Offizier erklärt die geplanten Aufrüstungsschritte sowie den Aufbauplan für die Vergrößerung des stehenden Heeres. „Aktuell passt das gesamte Bundesheer ins Praterstadion“, wird der Oberst zitiert: „Aber wir wollen von derzeit 55.000 auf 75.000 Mann aufwachsen. Da benötigen wir dann die Allianz-Arena in München.“ Dazu blendet er eine Folie mit beiden Stadien ein, ergänzt um den Text „Nationalteam Österreichisches Bundesheer – Mission Vorwärts – Einsatzbereit für Österreich!“
Krieg wird verglichen mit Fußball – die aktuelle Euphorie über das österreichische Fußballnationalteam soll helfen, dem Bundesheer neuen Zulauf zu bringen. Aus meiner Sicht eine problematische Verknüpfung, die Krieg verharmlost – auch im Verteidigungskrieg gibt es Tote. Notwendig wären realistische Bedrohungsszenarien. Putin hätte den Krieg gegen die Ukraine nie befehlen dürfen und es läge an ihm, diesen umgehend zu stoppen. Doch die Analogie, dass er nun auch Österreich bedrohe, ist mehr als fragwürdig. Jeder Konflikt hat eine Vorgeschichte. Unsere Aufgabe wäre es daher, darüber aufzuklären, wie Konflikte eskalieren bzw. wie diese frühzeitig deeskaliert werden können. Daher bräuchten wir Konfliktforschung und Friedensbildung in allen Schulen.
Mag. Hans Holzinger, Beiratsmitglied des Friedensbüros Salzburg, 5020 Salzburg(nicht veröffentlichter Leserbrief an die Salzburger Nachrichten) Foto: Screenshot SN