Im dritten Abend der Wallersee-Gespräche des Salzburger Bildungswerks Seekirchen ging es um das Thema „Wirtschaft“, konkret um eine „Ökonomie der Grundbedürfnisse“. Was darunter zu verstehen ist, erklärte diesmal Bildungswerkleiter Hans Holzinger, Autor des Buches „Wirtschaftswende„. Er nannte fünf Gründe für die Notwendigkeit einer Wirtschaftswende: Erstens Klimaneutralität spätestens bis 2050, was einen 100 Prozent-Umstieg auf Erneuerbare Energien bei gleichzeitiger starker Reduktion des Energieverbrauchs bedeute; zweitens Umsetzung einer Kreislaufwirtschaft, die insbesondere erfordere, Güter bedeutend länger zu nutzen – Recycling sei erst der letzte Schritt jeder Kreislaufwirtschaft; drittens Übergang zu einer regenerativen Landwirtschaft ohne bzw. zumindest mit stark reduziertem Einsatz von Kunstdünger und Pestiziden, damit sich die Böden und die Artenvielfalt erholen können; viertens eine bessere Verteilung des Wirtschaftsprodukts, was eine Begrenzung der Vermögen sowie Maximaleinkommen erfordere; schließlich fünftens Abbau der öffentlichen Schulden, was neben Effizienzsteigerungen auch eine neue Justierung der Steuersysteme brauche – eine Schuldenbremse erfordere auch eine Vermögensbremse, so Holzinger.
Unser Wirtschaftssystem ist angebotsgetrieben
„Wirtschaft ist die Summe der Einrichtungen zur Deckung des menschlichen Bedarfs an Gütern und Dienstleistungen“, so eine übliche Definition. Entscheidend sei dabei, was unter „Bedarf“ verstanden wird, betonte Holzinger. In Wirtschaftslehrbüchern werde vom idealen Markt ausgegangen, die Nachfrage bestimme das Angebot. In unseren hochproduktiven Ökonomien sei es jedoch vielfach umgekehrt, so Holzinger weiter: „Um die mit immer weniger menschlicher Arbeitskraft hergestellten Güter verkaufen zu können, wird massiv in Wirtschaftswerbung investiert – weltweit mittlerweile über eine Billion Dollar im Jahr. Es werden so Bedürfnisse geschaffen.“ Das Internet ermögliche es, durch gezielte Werbung die letzten Konsumreservoire auszuloten. Dass jene Konzerne, die Daten verkaufen und Online-Verkaufsplattformen anbieten, also selbst gar nichts produzieren, die größten Profite erzielen, mache dies deutlich.
Unser Wirtschaftssystem sei also angebotsgetrieben, doch Bedürfnisse seien nicht unbegrenzt, sondern es gäbe Sättigungstendenzen, wie aktuell an den Überproduktionskapazitäten der Autoindustrie zu sehen sei. Holzinger zitierte dazu den österreichischen Philosophen Günter Anders, der bereits in den 1950-Jahren festgestellt habe, dass wir mehr herstellen als sinnvoll verwenden können. Güter seien in unseren hochproduktiven Ökonomien nicht mehr knapp. Wenn dennoch Menschen an der Armutsgrenze leben, sei das ein Problem der mangelnden Verteilung. Knapp sei für die meisten Menschen mittlerweile die Zeit, um die vielen Weltofferte und Konsumangebote zu nützen. Und für Unternehmen, die um Kunden werben müssen, sei Aufmerksamkeit das neue knappe Gut, so Holzinger. Dass mittlerweile Datenkonzerne die größten Profite erwirtschaften, mache dies deutlich: „Sie produzieren keine Waren, sondern verkaufen Daten und digitale Werbeflächen an Unternehmen, damit diese die letzten Konsumreservoire ausreizen können.“ Holzinger zitierte den Mitbegründer der Ökologischen Ökonomie, der von „unwirtschaftlichem Wachstum“ spricht, wenn weiteres Wirtschaftswachstum zwar nicht mehr das Wohlbefinden steigere, aber zunehmend zu sozialen und ökologischen Negativkosten führe, etwa durch steigende Umweltschäden oder zunehmende Zivilisationskrankheiten aufgrund ungesunder Lebensstile.
Aussteigen aus dem Hamsterrad des permanenten Wachstums
Der moderne Konsumkapitalismus der permanenten Steigerung erhöhe nicht mehr unsere Lebensqualität und unser Wohlbefinden, wie Ergebnisse der Zufriedenheitsforschung zeigen, so Holzinger. Der jährlich erscheinende Weltglückreport der Vereinten Nationen nenne neben einer wirtschaftlichen Absicherung vor allem soziale Beziehungen, Vertrauen in sich selbst, in die Mitmenschen sowie in die Institutionen und ein positives Demokratiebild. Das künstlich angeheizte Konsumwachstum führe aber auch zur Zerstörung der Ökosysteme, also unserer Lebensgrundlagen. Holzinger plädiert daher für ein Wirtschaftssystem, dass die Befriedigung der Grundbedürfnisse aller wieder ins Zentrum stellt: Lebensmittel guter Qualität, qualitätsvolles und leistbares Wohnen für alle, freier Zugang zu Bildung, Kultur und Gesundheitsleistungen. Zu den ökonomischen Grundbedürfnissen zählten auch ein nachhaltiges Energieversorgungssystem, ein gut ausgebauter und kostengünstiger öffentlicher Verkehr, sowie ein Basiszugang aller zu Informationen und digitalen Services. Mit der dänischen Ökonomin Inge Röpke gehe es um den Ausbau des „öffentlichen Konsums“ bei gleichzeitigem Zurückdrehen des privaten, ökologisch problematischen Überkonsums. Dies führe in eine Postwachstumswirtschaft. Die Herausforderung bestehe darin, unsere öffentlichen Leistungen nicht nur zu erhalten, sondern weiter auszubauen, und dies mit Wachstumsunabhängigkeit hinzukriegen.
Wirtschaften als sozialen Prozess begreifen
Jede erfolgreiche Volkswirtschaft brauche Sektoren mit hoher Wertschöpfung, hierfür sei ein moderner Industriesektor unverzichtbar, führte Holzinger aus. „High Tech“ finanziere sozusagen „High Touch“, also soziale Dienstleistungen, die keinen unmittelbaren Profit abwerfen. Doch der Wirtschaftskreislauf bedeute, dass Geld zirkuliert. Einkommen werden wieder ausgegeben. Von Bedeutung sei nun, wofür das Geld ausgegeben wird: „Die Güter des täglichen Bedarfs müssen befriedigt werden. Aber es macht einen Unterschied, ob ich frische Lebensmittel aus der Region oder industriell verarbeitete Produkte mit langen Produktionsketten kaufe. Ob ich frei verfügbares Budget für ein immer neues Auto, eine weitere Flugreise oder für Fortbildung, Kultur oder Yogastunden ausgebe.“ Wirtschaft als sozialen Prozess zu begreifen, bedeute, nicht nur auf den billigsten Preis zu achten, sondern auch darauf, „wer das Produkt unter welchen Bedingungen produziert hat“. Und in vielen Fälle gehe es darum, so Holzinger abschließend, sich zu fragen,: „Brauche ich das neue Produkt überhaupt.“ Also: Weniger und dieses Weniger von besserer Qualität.
Motto: Raum für Begegnung und Dialog schaffen
Ziel der Wallersee_Gespräche ist es, dem Dialog mit den Besuchenden breiten Raum zu geben, was auch dieses Mal gelang. Die Diskussionen reichten von der Frage, wie wir die öffentlichen Leistungen weiterhin gut finanzieren können, über das (Nicht)-Ernst-Nehmen der ökologischen Herausforderungen – eine Teilnehmerin verwies auf den Welterschöpfungstag – bis hin zur Neuordnung der Kapitalmärkte sowie den Chancen und Hürden für eine regionale Wirtschaft. Der nächste Abend ist dem Thema „Ressource Achtsamkeit“ gewidmet – die Psychotherapeutin wird mit praktischen Übungen zu einem bewussten Wahrnehmen in unserer Multioptionsgesellschaft anleiten (Donnerstag 6. August, 18 Uhr, Seecafé des Strandbades Seekirchen. Anmeldung erwünscht.
Vorgetragene Leseproben aus dem Buch „Wirtschaftswende“

In seinem Buch „Wirtschaftswende“ schildert Holzinger über zwanzig makroökonomische Konzepte von „grünem Wachstum“ über „Postwachstum“ bis hin zu „modernen Rationierungswirtschaften“ für den Fall, dass die ökologischen Krisen zu Versorgungskrisen werden. Und er beschreibt über hundert konkrete vorgedachte oder bereits umgesetzte Vorschläge der Transformation in Bereichen wie der Unternehmens-, Finanz-, Steuer-, Energie-, Ernährungs- oder Mobilitätswende. Die bei den Wallersee-Gesprächen vorgetragenen Leseproben beziehen sich auf die Transformation als vielgestaltigem, evolutionären Prozess. Sie sollen hier ebenfalls wiedergegeben werden:
„Wenn ich in eine neue Stadt komme, habe ich immer das Klapprad da-bei. Mit dem Rad lässt sich eine Stadt am besten erfahren – im doppelten Sinne. Bewusst wähle ich Routen abseits der Hauptverkehrsstraßen – kleine Gassen, Uferwege, Wege durch Parks und öffentliche Plätze. Zum Glück gibt es immer mehr Radwege abgeschirmt von den Straßen der Autos, auch wenn es noch viel zu wenig sind. In meiner Heimatstadt kenne ich diese bereits alle – einschließlich der Schleichwege und Abkürzungen. Warum erzähle ich das am Beginn dieses Buches?
Auf diese Weise unterwegs zu sein, zeigt mir, wie eine Stadt der Zukunft aussehen könnte. Frei vom Lärm und Gestank der Autos, genügend Platz für das Zufußgehen und Fahren mit dem Rad, viele Grünflächen, Bäume, Plätze zum Verweilen. Zugleich stehen diese Radwege als Symbol dafür, wie sich das Neue in den noch alten Strukturen ausbreitet. Das Neue entsteht in Nischen, verschafft sich Platz, nimmt an Gewicht und Attraktivität zu und lässt irgendwann das Alte veraltet aussehen.
Genau das ist die Rolle von Change Agents oder Pionier*innen des Wandels. Sie zeigen, dass alles auch anders sein könnte und anders werden kann. Diese Vorreiter können Individuen sein, die anders leben und arbeiten, sich sinnvoller ernähren, klimaschonend unterwegs sind. Es können Gruppen sein, die neue Projekte lancieren und im Kleinen erproben, was später im Großen umgesetzt werden kann. Oder Kommunen, die daran arbeiten, ihre Energieversorgung und die Mobilitätsstrukturen neu zu organisieren. Gesprochen wird nicht nur von Utopien, sondern auch von „Heterotopien“ – von zahlreichen neuen Versuchen und Ansätzen an vielen Orten, die zum Nachahmen und Voneinander-Lernen einladen.“ (Kapitel „Die Welt ist voller Lösungen“
„Würde es Menschen auf einem anderen Planeten geben und diese würden uns besuchen, wären sie wohl ziemlich irritiert. Da leben die einen in Saus und Braus, prahlen mit ihren Luxus-Yachten und fliegen mit ihren Privatjets um die Welt, während andere ihr Leben in Slums fristen. Die einen finden übervolle Supermärkte und Shoppingcenter vor, während andere verhungern oder auf der Flucht in der Wüste verdursten beziehungsweise im Meer ertrinken. Zu alledem bedrohen sich Gesellschaften, die nach fragwürdigen Grenzen voneinander getrennt sind und auch Mauern errichten, mit Unmengen an zerstörerischen Waffen. Und es gibt Gesellschaften, in denen werden Menschen hingerichtet, weil sie ihre Meinung geäußert haben. Menschen wird verwehrt, an Universitäten zu gehen, nur weil sie Frauen sind. Marsmenschen würden sich nur wundern! Wahrscheinlich brauchen wir den Blick von außen, um zu erkennen, wie absurd all das ist. Ja, natürlich gibt es Menschen, die gegen diese Missstände auftreten. Sie werden toleriert oder auch nicht, dienen der Gewissensberuhigung der Gleichgültigen. Das ist überzogen, denken Sie? Es will doch niemand bewusst, dass andere verhungern, dass wir unsere Lebensgrundlagen zerstören, dass Menschen befohlen wird, Krieg zu führen, einander zu töten, dass die einen unvorstellbar reich sind und die anderen arm bleiben. Ja, das stimmt wohl. Es fehlt an Wissen über die Zusammenhänge und an Vorstellungen, wie es anders gehen könnte. Es fehlt aber auch an Empathie und Solidarität in einer von Konsumversprechen und Entertainment übertönten Welt.“ (Kapitel „Die Welt ist aus den Fugen“)
„Die Vorzüge des Wohlstandsversprechens, das nach 1945 für viele Menschen in den westlichen Ländern auch eingelöst wurde, sind evident. Die Attraktivität des Modells ist zugleich sein Problem geworden. Denn mittlerweile sind auch die Schattenseiten des dominierenden kapitalistischen Wirtschaftssystems offensichtlich. Es handelt sich dabei um ein Wohlstandsparadox: Wir sägen an dem Ast, auf dem wir sitzen. Und wir beuten andere mit unserer „imperialen Lebensweise“ (Brand/Wissen) weiter aus. Neben dem Abschied von den fossilen Energieträgern muss der Materialverbrauch drastisch reduziert werden. Die Materialwissenschaftler Markus Petruch und Dominik Walcher zitieren eine Studie, der gemäß die Masse von allem Menschengemachten ebenso groß wie die Masse aller Lebewesen sei. Während die Biomasse, also das Gewicht aller Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen, über die letzten Jahrtausende nahezu konstant geblieben sei, habe sich die Masse des künstlich von Menschen geschaffenen Materials im vergangenen Jahrhundert alle 20 Jahre verdoppelt – ein exponentielles Wachstum. Eigentum per se muss nicht zerstörerisch sein – das gilt für den Besitz von Gütern ebenso wie für jenen von Unternehmen. Es darf aber nicht mit dem Recht verknüpft sein, anderen zu schaden, wie etwa David Graeber und David Wengrow in ihrer anthropologischen Studie „Anfänge“ argumentieren. Es ist Aufgabe jeder Gesellschaft, dort Grenzen zu setzen, wo Eigentum zerstörerisch wirkt. Der Tatbestand des Ökozids gilt als Paradebeispiel dafür.
Bewusstsein schaffen, Widerstand leisten, sich empören und Druck von unten erzeugen seien zu wenig, so der Arbeits- und Sozialrechtler Klaus Firlei. Vielmehr gehe es darum, Antworten darauf zu finden, „wie Macht generiert werden kann, wie eine Verfassung aussehen muss, die die tödliche Systemdynamik des heutigen Kapitalismus außer Kraft setzt“. Der Staat sei nicht nur in der Geiselhaft des Kapitals, sondern auch in der Hand von Wähler*innen, „die mehrheitlich kein qualitatives Wachstum, kein Verbot von liebgewonnenen Konsumgewohnheiten, keine Einschränkungen ihrer Mobilität“ wollen. Die systemerhaltende Macht sei nicht mehr repressiv, sondern seduktiv, „das heißt, verführend“, das Programm des Kapitalismus die „Zertrümmerung einer strukturierten Gesellschaft zugunsten einer amorphen Menge entbetteter Individuen“.
Thomas Piketty erinnert daran, dass gesellschaftlicher Fortschritt immer politisch erkämpft wurde und dass dies in Zukunft nicht anders sein werde. Die Wege der Transformation sind vielfältig. Die Umsteuerungen müssen daher nach dem Mehr-Ebenen-Prinzip auf allen Ebenen und in allen Sektoren erfolgen. Die Politik hat die Rahmenbedingungen zu setzen. Diese tut und kann dies jedoch nur, wenn sie genügend zivilgesellschaftlichen Druck verspürt. Dafür wären Allianzen aus Nichtregierungsorganisationen, innovativen, nachhaltigen Unternehmen, erneuerten Gewerkschaften und für den Wandel offenen Vertreter*innen aus der Politik zu schmieden. Auch Vermögende können für die Transformation gewonnen werden, wie die Initiative „Tax me now“ oder aufgeschlossene, emanzipatorische Stiftungen zeigen – Alexander Behr zählt einige davon in seinem Buch „Globale Solidarität“ auf.
Realistisch erscheint, den Kapitalismus durch Reformen zu zügeln. Dazu zählen Auflagen für Unternehmen etwa durch strenge Lieferkettengesetze, globale Mindeststeuern, die Internalisierung ökologischer Kosten in die Produktion durch CO2-Steuern und wirksame Emissionszertifikate sowie ökologische Richtlinien für das Produktdesign. Die sich verschärfende Vermögens- und Einkommensschere kann durch ein wirksames Steuersystem, aber auch durch soziale Innovationen wie ein Erbe für alle, das etwa Thomas Piketty vorschlägt, überwunden werden. Ob die Abkehr vom Überkonsum allein durch die Ausbreitung postmaterieller Lebensstile erreicht werden kann, wie etwa Niko Paech hofft, ist fraglich. Denkbar wären auch gestaffelte Konsumsteuern, Werbeverbote sowie höhere Werbeabgaben. Vorgaben für die Tabakindustrie könnten durchaus auch auf klimaschädliche Produkte ausgeweitet werden.“ (Kapitel „Moderne Bedarfsökonomie in einer offenen Gesellschaft“)
„Kraft läge auch in einem anderen Wertebewusstsein, das Wirtschaften als sozialen Prozess begreift – in der Herstellung von Gütern und Dienstleistungen ebenso wie in unseren Konsumhandlungen. Wenn nicht mehr allein der Preis eines Gutes den Kaufakt bestimmt, sondern das Wissen, wer das Gut unter welchen Bedingungen hergestellt hat, entsteht eine neue Qualität von Beziehung. Dies ist in einer hochgradig arbeitsteiligen Ökonomie mit den globalisierten, anonymen Produktionsketten nicht einfach. Wirtschaften müsste daher wieder stärker in den Nahraum der Menschen verlagert werden – eine Re-Regionalisierung würde nicht nur die Resilienz erhöhen, sondern auch die Beziehung zwischen den Wirtschaftsakteur*innen. Eine moderne Bedarfsökonomie, die (wieder) den Gebrauchswert der Güter in den Mittelpunkt stellt, würde uns nicht schlechter leben lassen, aber zukunftstauglich. Vielleicht erhält das bereits in den 1970er Jahren diskutierte System einer „dualen Wirtschaft“ mit einem stark ausgeweiteten öffentlichen bzw. gemeinwohlorientierten Sektor bei gleichzeitiger Schrumpfung der ökologisch destruktiven Sektoren angesichts der aktuellen Krisen, die den Staat rehabilitieren, neue Umsetzungschancen? Der Shareholder-Value-Kapitalismus würde zurückgedrängt, die Marktwirtschaft (wieder) Fuß fassen. Ein Selbstläufer ist auch das freilich nicht. Notwendig sind zivilgesellschaftlicher Druck, die Dekonstruktion von Mythen, etwa in Bezug auf die scheinbare Alternativlosigkeit des gegenwärtigen Systems, und damit auch mehr öffentliche Diskurse über Neuansätze.“ (Kapitel „Moderne Bedarfsökonomie in einer offenen Gesellschaft“)



Fotos: Luisa Grabenschweiger, Anton Wintersteller